Sportsatellitenkonto – Hintergrund und Zielsetzung

Sport ist nicht nur eine beliebte Freizeitaktivität, sondern hat auch wirtschaftlich eine erhebliche Bedeutung für Wertschöpfung, Beschäftigung und Konsum. Ob aktiv betrieben oder passiv als Zuschauer verfolgt: Sport hat sich zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt.

  • Sport stellt einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar: Er schafft Wertschöpfung, Beschäftigung und Konsum.

  • Die wirtschaftliche Bedeutung des Sports kann nicht unmittelbar aus den amtlichen Statistiken heraus gemessen werden, da es sich bei der Sportwirtschaft um eine Querschnittsbranche handelt.
  • Sportbezogene Aktivitäten reichen in eine Vielzahl von wirtschaftlich relevanten Bereichen hinein, was eine statistische Erfassung der Sportwirtschaft zur Herausforderung macht.
  • Um diese Lücke zu füllen, wurde in 2008 in Zusammenarbeit von BMWi und BISp ein Pilotprojekt zur Messung der volkswirtschaftlichen Relevanz des Sports in Auftrag gegeben: Die Erstellung des Sportsatellitenkontos (SSK).

  • Basierend auf der Quantifizierung der drei wesentlichen Säulen des Sports

    – Sportbezogene Ausgaben der deutschen Bevölkerung (Sportkonsum)

    – Investitionen in Bau, Instandhaltung und Betrieb von Sportstätten

    – Aufwendungen für Sponsoring, Werbung und Medienrechte

    sowie in strenger Orientierung an der auf europäischer Ebene festgelegten „Vilnius-Definition“ des Sports konnte für 2010 erstmals die hohe ökonomische Bedeutung des Sports i. H. v. 2,5 % der gesamten inländischen Bruttowertschöpfung faktisch belegt werden. Dies entsprach einem Volumen von 58,3 Mrd. Euro.

    Im Rahmen der Aktualisierung des SSK werden kontinuierlich Daten zum sportbezogenen Konsum der deutschen Bevölkerung, den Aufwänden der Unternehmen für sportbezogene Werbung und Sportsponsoring sowie der in Deutschland fließenden Gelder für sportbezogene Medienrechte ermittelt. Darüber hinaus werden die öffentlichen und privatwirtschaftlichen Investitionen für Sportstätten sowie die baulichen und personellen Betriebskosten von Sportstätten und Sportgelegenheiten erhoben. Damit liegt eine umfangreiche Datenbasis zum Umfang der sportbezogenen Aktivitäten sowie den damit verbundenen Ausgaben und Investitionen vor.

    Die inzwischen für die VGR der Jahre 2008, 2010, 2012, 2014, 2016 und 2018 vorliegenden Satellitenkonten zum Sport (SSK) zeigen die hohe Relevanz des Wirtschaftsfaktors Sport für die deutsche Bruttowertschöpfung auf.

  • Absolut betrachtet hat die Bruttowertschöpfung des Sports seit 2010 auf 66,6 Mrd. Euro im Jahr 2018 um 14,2 %  zugelegt, anteilig zeigt sich jedoch eine rückläufige Entwicklung auf aktuell 2,2 % der gesamten Bruttowertschöpfung.

  • Zum Vergleich: Im Jahr 2018 liegt die Querschnittsbranche in etwa auf Höhe des Wirtschaftsbereichs Verkehr (2,1 % an Gesamt).

Für das aktuellste Berichtsjahr 2018 ergeben sich weitere volkswirtschaftliche Kennzahlen:

Beitrag zum BIP:

2,3%

 

Konsum der privaten Haushalte:

4,3%

Beitrag zur Bruttowertschöpfung:

2,2%

 

Beitrag zum Aufkommen an Nettogütersteuern:

2,9%

Beitrag zur Beschäftigung:

2,6%

 

Beitrag zur Produktion:

2,0%

Beitrag des Sports zum Bruttoinlandsprodukt in Deutschland

BIP Gesamt
BIP Sport

Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Sportwirtschaft

Bestandsaufnahme, aktuelle Lage und Ausblick. Fokus: Sportvereine und privater Sportkonsum. Sondererhebung im Rahmen des Sportsatellitenkontos.

Die Covid-19-Pandemie verändert den Alltag der Menschen weltweit. Auch in der Welt des Sports sind die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie allgegenwärtig. Kontakte müssen gemieden werden. Daraus ergeben sich nicht nur Einschränkungen für die Sportausübung (sowohl selbstorganisiert als auch im Sportverein), sondern auch für die Akteure des Sports. Nachfrageschwankungen bei Sportgütern, Sportveranstaltungen ohne Zuschauer, abgesagte oder verschobene Wettbewerbe sowie veränderte Trainingsbetriebe sind hier beispielhaft zu nennen. Die Covid-19-Krise hat somit weitreichende Folgen auf die Sportwirtschaft und auf den organisierten Sport bzw. auf Sportvereine.

Um Handlungsbedarfe zu erkennen, sollen Entscheidungsträgern in Politik, Sport und Wirtschaft mit diesem Bericht möglichst früh belastbare Daten zu Auswirkungen der Covid-19 Pandemie auf die Sportwirtschaft zur Verfügung gestellt werden.

Konkret werden mit dem Bericht zwei Ziele verfolgt:

  • Ein zentrales Ziel dieses Berichts besteht darin, wirtschaftliche Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf Sportvereine bzw. den organisierten Sport zu ermitteln.
  • Weiter hat dieser Bericht zum Ziel, (indikative) Auswirkungen der Covid-19 Pandemie auf weitere Bereiche des Wirtschaftsfaktors Sport bereitzustellen. Der private (aktive und passive) Sportkonsum steht dabei im Vordergrund.

Interview zum Sportsatellitenkonto

Frank Meyrahn spricht im Interview über das Sportsatellitenkonto, aktuelle Erhebungen, die wirtschaftliche Bedeutung des Sports und über die Auswirkungen der Corona Pandemie.

Wie geht es Sportvereinen in der Pandemie?

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) hat im Rahmen des Sportsatellitenkontos Deutschland eine neue Umfrage initiiert: Welche Auswirkungen hat die Pandemie auf den nicht-organisierten und den organisierten Sport? Wie gehen vor allem Sportvereine mit den Einschränkungen um? Beteiligt an der Studie ist auch das Institut für Sportwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Durchgeführt wird die Umfrage vom Marktforschungsunternehmen 2HMforum.

Geschlossener Sportplatz in Zeiten der Corona Pandemie. (Bild: User Migebert, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)

Projektpartner des SSK

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Verantwortlich für die inhaltliche und optische Gestaltung der Internetseite.

Auftraggeber des SSK

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Das Sportsatellitenkonto wird im Auftrag des BMWI und BISp erstellt und aktualisiert.

Das Sportsatellitenkonto umfasst umfangreiche Daten

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Ausgewählte Publikationen im Kontext des SSK

06/2021

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Die ökonomische Bedeutung des Sports in Deutschland – Sportsatellitenkonto (SSK) 2018

01/2021

Cover: "Wirtschaftsfaktor Kinder- und Jugendsport"
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Wirtschaftsfaktor Kinder- und Jugendsport. Aktuelle Daten zur Sportwirtschaft Januar 2021

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04/2020

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Der Beitrag des Sports zur Erfüllung der WHO-Empfehlungen für körperliche Aktivität

English version

02/2019

BISp Sport inner oder ausserhalb des Sportvereins 2019
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Sport inner- oder außerhalb des Sportvereins: Sportaktivität und Sportkonsum nach Organisationsform

01/2019

GWS-Themenreport 2019-SSK_2016
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Die ökonomische Bedeutung des Sports in Deutschland – Sportsatellitenkonto (SSK) 2016

05/2018

BMWi_Sportwirtschaft-Fakten-Zahlen-Ausgabe-2018
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Sportwirtschaft Fakten & Zahlen, Ausgabe 2018

01/2018

GWS-Themenreport 2018-SSK_2015
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Die ökonomische Bedeutung des Sports in Deutschland – Sportsatellitenkonto (SSK) 2015

11/2017

BMWi_2017_Outdoorsport
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Wirtschaftsfaktor Outdoorsport

Aktuelle Daten zur Sportwirtschaft
November 2017

11/2016

BISp-Aeltere-als-Motor-der-Sportwirtschaft-20170116-l
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Ältere als Motor der Sportwirtschaft?

Aktuelle Daten zur Sportwirtschaft
November 2016

11/2015

BISp-Wirtschaftsfaktor-Fussball-20151118
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Wirtschaftsfaktor Fußball

Aktuelle Daten zur Sportwirtschaft
November 2015

08/2015

GWS-themenreport-2015-SSK-2010-2012
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Die ökonomische Bedeutung des Sports in Deutschland. Ergebnisse des Sportsatelliten-kontos 2010 und erste Schätzungen für 2012.

12/2014

BMI-51-13-Endbericht-Sportdemografie-20141205
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Sportstätten im demografischen Wandel

Forschungsbericht -Langfassung
Dezember 2014

01/2014

BISp-Wirtschaftsfaktor Wintersport
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Wirtschaftsfaktor Wintersport

Aktuelle Daten zur Sportwirtschaft
Dezember 2013

12/2014

BISp-Wirtschaftsfaktor Sportwetten-20141216
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Wirtschaftsfaktor Sportwetten

Aktuelle Daten zur Sportwirtschaft
Dezember 2014

09/2013

BMWi_Sportwirtschaft-Fakten-Zahlen-Ausgabe-2013
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Zahlen und Fakten zur Sportwirtschaft

07/2013

GWS_researchreport2013-2-SSK 2008
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Die ökonomische Bedeutung des Sports in Deutschland – Sportsatellitenkonto (SSK) 2008

10/2012

Sport als Wirtschaftsbranche
Zum Verlag

Grundlagenstudie zum Sportkonsum privater Haushalte

10/2012

BMWi-Veroeffentlichung-20130201-SpSK III
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Grundlagenstudie zum Sportstättenbau

Projektteam

2HMforum. Für beste Beziehungen.

  • Sven Repenning (Projektleitung)
  • Frank Meyrahn (Projektsupervision)

Gesellschaft für wirtschaftl. Strukturforschung

  • Gerd Ahlert, GWS (VGR, Fortschreibung Satellitenkonto Sport)
  • Florian Bernhardt, GWS (Sport und Wirtschaft)

Institut für Sportwissenschaft, JGU Mainz

  • Prof. Dr. Holger Preuß (wiss. Supervision)

Extern

  • Iris an der Heiden (Supervision)

Forschungsbeirat

Vorsitzende

  • Andreas Pohlmann, Bundesinstitut für Sportwissenschaft
  • Susanne Thürmer, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Mitglieder

  • Marion Ewert, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
  • Sarka Buyny und Angela Höh, Statistisches Bundesamt
  • Prof. Dr. Tim Pawlowski, Institut für Sportwissenschaft, Universität Tübingen
  • Christian Siegel, Deutscher Olympischer Sportbund
  • Prof. Dr. Lutz Thieme, Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Hochschule Koblenz